Entspannung. Und zwar jetzt.
Wer einen Entspannungsratgeber querliest, nach der Arbeit zum Yoga rennt oder diesen Artikel liest ist schon in der Stressfalle und versucht, das Pferd von Hinten aufzusäumen. Eine Flucht in die Entspannungsindustrie hilft da nur kurzfristig.
Für diesen Artikel habe ich mich entspannt zurückgelehnt, mir von Freunden und im Internet verschiedene Tipps gegen Stress geben lassen und sie notiert. Dabei ist mir etwas Interessantes aufgefallen, denn die Leute haben beim Antworten auch etwas über sich verraten. Ich will jetzt nicht mit verschiedenen „Streß-Typen“ oder so anfangen. Aber eine Sache weiß ich jetzt: Wie man’s nicht macht ;) Zur Unterhaltung habe ich hier einfach mal verschiedene Rückmeldungen aufgelistet.
„Bin ich denn hier kilometerweit der einzige, der mitdenkt?!“
Stressratgeber, Organisation oder...?Ich musste meinen inneren Tonregler runterdrehen und mein aufgeregtes Gegenüber besänftigen, schob aber wagemutig eine Frage hinterher: „Was heißt das jetzt für mich?“. Es prasselte Beratersprech Level „Aufsteiger und nie nie mehr Zurückkehrer“ auf mich ein. Er empfahl mir, alles zu „timen“. Dazu brauche ich zwei „Devices“, eins für „Calls“ und eins für „Todos“. Damit „manage“ ich den „workflow“. Bis dahin war ich eigentlich ganz glücklich mit meinem Handy und entschied mich stattdessen fürs Pocketmod und dankte fürs Gespräch.
Nächste Station - Sonnenuntergang
Entschleunigung ein Mythos?Sie erklärte mir dann, dass sie Physiker unromantisch findet und ihre eigene Theorie über die Sonne hat. „Sie wehrt sich am Horizont einfach davor unterzugehen und kämpft mit der roten Farbe, die man dann sieht, sozusagen gegen ihren Untergang.“ Wissenschaftlich unhaltbar aber als Bild plausibel, dachte ich mir. So hatte ich das noch nie gesehen. Wahrscheinlich tut es ganz gut, sich auch mal über die kleinen Dinge des Lebens zu freuen. Lernen kann man das aber nicht. Entschleunigung ist eben doch ein Mythos.
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