Gesunde Ernährung auf Basis gesunder Öle
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Als Natur- und besonders als Waldfan hab ich hier vor einer Weile etwas über Waldcoaching und Waldbaden geschrieben. Kurz danach hab ich eine Einladung zu einem ganz besonderen Waldcoaching - in den Wäldern von Niedersachsen - erhalten.
Neugierig war ich ja schon vorher auf das Thema und somit bin ich der Einladung auch ganz spontan gefolgt.
Waldbaden ist ein Trend, der eigentlich aus Japan stammt. Nicht das wir, als Deutsche, schon immer in den Wald gegangen sind, um uns zu entspannen... aber vielleicht müssen einfach andere Kulturen uns unter die Nase reiben, wie toll das ist, was wir hier vor der eigenen Haustür haben... damit wir es wieder richtig zu schätzen wissen.
Beim Waldbaden geht es darum die Natur zu spüren und genau dadurch zur Ruhe zu kommen. Bei mir persönlich klappt das schon immer ganz wunderbar, nicht erst, seit dem der "alte - neue" Trend einen trendy Namen bekommen hat.
Doch worum genau sollte es nun bei meinem bevorstehenden Waldbaden-Projekt gehen? Genau dieser Teil war der, der mich sehr neugierig gemacht hat, denn es war nicht etwa ein Coaching-Projekt rein zum Teambuildung oder für gestreßte Manager oder aber 'schwierigen' Jugendlichen (solche Themen kommen einem ja als erstes beim Thema "Wald" und "Coaching" in den Sinn). Vielmehr ging es um eine Auszeit in der Natur für Mutter & Kind.
...und was das mit Wellness zu tun hat!
Die Einladung lautete wie folgt "Mutter-Kind-Wochenende in der Natur" - Die Zivilisation mal einen Augenblick hinter sich lassen. Kein Duschgel, kein Rasierschaum, kein Spiegel, kein Thermomix (nicht das ich so etwas hätte... ;-) ), kein Handy, kein PC... einfach nur draußen sein.
Weiter sprach die Einladung davon, gemeinsame Zeit in der Natur zu verbringen. Entschleunigen, schnitzen, klettern, spielen mit den Kindern, Energie tanken, gemeinsam kochen oder auch einfach nur die Ruhe genießen.
Die Mütter dürfen sich auch Zeit für sich nehmen, während die Kinder mit einer echten Naturpädagogin durch den Wald ziehen - auf Tierspurensuche beispielsweise oder im Schnitzworkshop.
Mein Nachwuchs findet das sicherlich großartig - denke ich noch so bei mir... bevor Bilder aus unserer Schottlandrundreise in mir aufsteigen und der kleine Protestzug sich wieder vor meinem inneren Auge abspielt, wie der Nachwuchs mit dem "Wildcamping" alles andere als einverstanden war. Also beschließe ich kurz, dass es für ihn eine Überraschung wird. Die mir dann übrigens voll und ganz gelungen ist... ;-) Aber dazu später mehr...
Die Einladung spricht erst einmal weiter davon, was wir so brauchen... und was wir selber in den Wald mitbringen sollen. Da ist von etwas Mut und Neugier die Rede, Lust auf Natur, Isomatte, Schlafsack, Feuerzeug und Taschenmesser (hab ich sogar).
Der Trip in den Wald startet an einem Freitag Nachmittag gegen 15 Uhr im nördlichen Niedersachsen - der genaue Treffpunkt wird erst kurz vor der eigentlichen Tour bekannt gegeben. Insgesamt soll unsere kleine Auszeit 40 bis 48 Stunden dauern. Die Kinder sollten zwischen 5 und 10 Jahre alt sein.
Zum Essen gibt es während des Wochenendes nur Bio- und Veggiekost... alles wird selber, direkt am Feuer, frisch zubereitet. Hört sich superentspannt und interessant und auch ein wenig romantisch an.
Im Laufe der Woche, vor dem eigentlichen Trip, erhalte ich eine Mail mit der Adresse zum Abmarsch in den Wald. Dazu gibt es den Hinweis, ich soll mir doch schon gern mal Gedanken machen zu einem Thema.
Gibt es ein Thema, welches mich grad bewegt, auf Trab hält oder mir gar den Schlaf raubt?
Ich packe das Ganze erst einmal zur Seite, denn gerade bin ich dabei nach Oldenburg zu einem Kunden zu starten. Auf dem Programm stehen Meeting, Recherche inklusive Übernachtung in Oldenburg. Ich starte dort gegen 12 Uhr zur Heimreise. Alles genau getaktet... Heimfahrt, Auto umpacken für das Waldbaden Naturretreat, Nachwuchs im Auto parken, Anreise an den Waldrand... und los... müßte alles genau passen! Alles eine Sache der Orga... denke ich noch so bei mir, als plötzlich auf der Heimfahrt vor mir die Bremslichter aufleuchten. Stau... ich sag euch, dieser Stau hat meinen Zeitplan wirklich etwas durcheinander gewirbelt. So sehr, dass ich erst um 16 Uhr am Waldrand eintreffe, mir aber während der Wartezeit im Stau intensiv Gedanken über Ziele und Herausforderungen in meinem Leben machen konnte und auch die aktuelle Situation, für mich, mal ein wenig analysiert habe.
So weit so gut... da ich zu spät bin, starte ich nun doch etwas gestreßt und die anderen sind schon unterwegs in den Wald. Ich hab vorher von Coach und Begleiterin Dagmar eine ungefähre Wegbeschreibung erhalten... wähle aber gleich zum Start schon mal "voller Überzeugung" den falschen Weg und irre somit etwas im Wald umher. Wie war das mit dem Mobiltelefon - nützt nichts... ich rufe sie an und frage nach dem richtigen Weg. Der Empfang im Wald ist, wie erwartet, nicht so dolle... für eine Wegbeschreibung und Wegkorrektur langt es aber und so finde ich den Trupp irgendwann dann doch. Der Nachwuchs hinter mir beschwert sich schon lauthals...
Ansätze für ein Thema hätte ich langsam doch genug... man muß sich nur mal selber reflektieren... ;)
Gemeinsam ziehen wir dann zu unserem Camp mitten im Wald - bisher hat noch nicht so viel Entspannung eingesetzt. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Ich bin da ja eher optimistisch.
Das Camp entpuppt sich wirklich als Waldstück. Hier stehen große, alte Bäume. Es liegt viel Laub auf dem Boden und Äste. Irgendwo in der Ferne kräht ein Kolkrabe und mittendrin Gesumme und Gezwitscher. Ganz idyllisch hier... denke ich so bei mir, bevor Dagmar die Planen für die Einzelcamps verteilt.
Für jede Mutter inklusive Nachwuchs soll ein Einzelcamp errichtet werden. Genau darin steckt die erste Herausforderung. Plane und Schnüre werden zur Verfügung gestellt und dann heißt es den richtigen Platz für das eigene Camp finden. Schon das gestaltet sich mit dem Nachwuchs gar nicht so einfach. Bis wir uns einig sind, dauert es eine Weile.
Beim Aufbau des Camps, mit den spärlichen Hilfsmitteln, sind wir zusammen aber ein echt gutes Team. Ruckzuck steht unser Camp dann auch. Wir sind stolz! Wir breiten unsere Isomatten direkt auf dem Waldboden unter der Plane aus und rollen auch die Schlafsäcke aus.
Unsere Rucksäcke finden ein Plätzchen am Baum. Wir nicken uns einträchtig zu! Danach erkunden wir gemeinsam die Lage und Landschaft rund ums Camp. Spätestens in diesem Moment setzte dann tatsächlich das "Angekommen-Gefühl" ein. Ich wurde ruhiger, entspannter und ließ den Dingen einfach ihren Lauf. Die Kinder waren superschnell in ihrem Element und spielten schon nach ganz kurzer Zeit gemeinsam.
Gegen 18 Uhr hieß es dann Feuer machen und gemeinsames Abendessen. Es gab Pellkartoffeln mit Quark, Kräuter und Salat. Die Kräuter haben die Kinder, gemeinsam mit Naturpädagogin Ellen, gesammelt. Dazu gibt es Wasser und/oder Tee. Gegen 19.30 Uhr sind wir dann alle abgefüttert und säubern unser Geschirr und Besteck (auch selber mitgebracht). Fließend Wasser gibt es dafür im Wald natürlich nicht, viel mehr nutzen wir die Blätter des Waldbodens und das Wasser aus einem Wassersack, der seinen Platz ebenfalls an einem Baum gefunden hat.
Bereits gegen 20 Uhr setzt dann auch schlagartig die Dämmerung, gefolgt von Dunkelheit, ein. Für etwas Aufruhr sorgt dann noch eine ganze Zeckentruppe, die auf dem Körper einer Teilnehmerin (bei 30 Stück hat sie aufgehört zu zählen) Platz gesogen hat.
In gemeinsamer Arbeit entfernen wir die Zecken von ihrem Körper und auch vom Körper der Tochter (denn auch dort haben sich Zecken festgesetzt). Schon gegen 21 Uhr macht sich Ruhe im Camp breit und alle fallen (mehr oder weniger) in einen (Dämmer)Schlaf.
Unsere Nächte haben wir nicht in einem Zelt verbracht, sondern relativ unter freiem Himmel. Die gespannte Plane war lediglich zum Schutz vorhanden, z.B. falls es doch Regen gibt oder aber falls Äste von den Bäumen fallen in der Nacht.
Nun fragt ihr euch sicher, wie man denn so in der freien Natur schläft und vor allen Dingen, wie die Kinder das so gemeistert haben?!
Den Kindern ging es damit prächtig. Die haben geschlafen wie Murmeltiere. Wir Mütter hatten da eher so ganz unterschiedliche Schlaferlebnisse.
Ich beispielsweise dachte mir, dass es im Wald die ganze Nacht Geräusche gibt. Ist aber nicht so... sondern irgendwann (noch vor Mitternacht) setzt völlige Stille ein. Diese Stille empfand ich als sehr drückend und so wachte ich meistens - von der Stille - auf und döste bis zum Einbruch der Morgendämmerung vor mich hin - immer mit einem Ohr wachsam. Das bringt wohl der Mutter-Schutzinstinkt mit sich, da eben mein Nachwuchs genau neben mir geschlafen hat. Instinktiv denke ich wohl, ich muß mit einem Auge und Ohr wach bleiben, um ihn im Notfall zu beschützen... ob der Notfall nun eintritt oder auch nicht. ;-)
Mit dem Morgengrauen- und Morgennebel und dem Einsetzen des Vogelgezwitschers allerdings setzte auch bei mir wieder Entspannung ein und plötzlich konnte ich, ging mir in beiden Nächten so, richtig gut und tief einschlafen.
Richtig kalt wurde es auch nicht. Ich schlief zwar im Jogging-Anzug und mit einer dünnen Mütze auf dem Kopf (die war aber eher gegen die Insekten und Käfer gedacht, die da so nachts unterwegs sind). Wobei das Käfergewimmel sich nachts auch in Grenzen hält. Für mich auch überraschend...
Fazit: So eine Übernachtung unter freiem Himmel kann man durchaus schon mal machen! Mal auf allen Komfort zu verzichten kann dabei anstrengend und ungewohnt sein aber auch sehr entspannend. Die Natur gibt halt ganz von alleine Schlafens- und Aufstehzeiten vor.
Zum eigentlichen Coaching an sich, möchte ich gar nicht so viel sagen. Ja, es wird im Wald gesprochen - sogar sehr persönlich. Doch was im Wald gesprochen wird, bleibt einfach auch kurzerhand im Wald. Ja, es gibt Teambuildingspiele und Aufgaben, die auch wirklich Spaß bringen.
Und es gibt Aufgaben, die gemeistert werden wollen. Sei es nun bei dem einen - "Ängste" gegen die man antritt - oder auch "Gedanken" die man sich macht und für die im und mit dem Coaching, Möglichkeiten und Lösungen angeboten werden.
Stellvertretend dafür möchte ich hier einfach mal eine kleine Maßnahme/Übung erklären, die ihr auch jederzeit selber mal im Wald durchziehen könnt.
Probiert so eine "Baumfreundschaft" doch auch mal aus. Und lasst mich auch gern an eurem Ergebnis teilhaben... natürlich nur wenn ihr mögt... :-)
Die über 40 Stunden in der Natur haben mir persönlich gut getan. Auf den Zeckenbefall (auch ich hatte rund 15 Stück davon und der Nachwuchs auch noch mal so ungefähr diese Anzahl und alle anderen Teilnehmer auch) hätte ich natürlich gern verzichtet. Aber auch das überlebt man. Auch das ist übrigens eine spannende Erkenntnis - über seine Grenzen gehen und vielleicht auch für den einen oder anderen stark an die Grenzen gehen. Die Umgebung und das "Gefühl" hilft aber auch dabei, manche Dinge einfach mal aus einer anderen Sichtweise zu betrachten.
Für die Kinder war das Wochenende im Wald ein echter Traum. Es wurde gespielt, gebastelt, gekuschelt, man ging auf Spurensuche und was ich sehr interessant fand, der Bewegungsradius wurde stetig ausgeweitet. Angst hatten die Kinder übrigens nicht im Wald - weder bei Tag noch bei Nacht. Warum auch... Mama war ja auch dabei. :-)
Ich hatte ein Mobiltelefon dabei, konnte es aber nicht brauchen, denn unser Camp lag im Funkloch - sowohl in Sachen W-Lan als auch Telefonnetz. Was aber auch sehr erholsam war. Die Gemeinschaft war prima und das "runterkommen" ging im Verhältnis sehr schnell. Wir waren ein tolles Team... würde ich mal behaupten.
Ich wurde eingeladen von Mein FengShui - Kosten für ein Retreat liegen hier zwischen 130.- bis 200.- Euro, je nach Konstellation, Aufwand etc.
Ein Retreat bezeichnet eine geplante (spirituelle) Ruhepause. Ein Rückzug aus dem Alltag und der gewohnten Umgebung. Ein solcher Rückzug passt auf alle Fälle zum Wellnessthema.
Stichworte sind hier sicherlich Achtsamkeit (habe ich im Blog auch schon mal ausführlich thematisiert), Zeit für Besinnung, Wohlfühlen, Einklang mit der Natur und/oder auch bewusst Abstand vom Alltag gewinnen und aus der Komfortzone treten.
Nein, schon immer in der Geschichte hat man von Menschen gehört, die in die Natur eingetaucht sind, um einen Abstand vom Alltag zu erleben. Kürzlich war ich z.B. in Bayreuth in der Eremitage und auch dort haben Fürsten und Könige so etwas schon vor Jahrunderten praktiziert oder denken wir nur an Mönche (grad buddhistische Mönche), auch hier wird das einfache Leben in und mit der Natur in den Mittelpunkt gerückt. Das "Kind" erhält nur immer wieder mal einen neuen Namen.
Vielen Dank an Dagmar von Mein Feng Shui für diese tolle Walderfahrung.
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Kommentare
Das scheint ja eine ganz besondere Erfahrung gewesen zu sein, Tanja. Auf die Zecken könnte ich zwar verzichten, aber den Rest stelle ich mir sehr spannend vor. So wie Detox in der freien Natur.
Das war auch eine wirklich "andere" Erfahrung... liebe Monika und lieber Petar... auf die Zecken hätten wir wohl alle ganz locker verzichten können... ;-)
Hallo Tanja,
als naturverbundenes Reisepärchen sind auch wir immer wieder auf der Suche nach neuen Erfahrungen im Freien. Dein beschriebener Naturretreat hört sich wirklich klasse an. Auch die Tatsache in der heutigen Zeit mal ein paar Stunden oder Tage ohne Technik und Internet auskommen zu müssen ist sicher sehr erholsam. Sitzen wir Blogger doch oftamals viel zu viel vor dem Laptop ^^
Danke für diesen tollen Tipp!
Hoffentlich ergibt sich diese Möglichkeit für uns auch mal!
Liebe Grüße
Pia & Cris
Liebe Pia,
Lieber Chris,
das freut mich sehr, wenn euch mein Abenteuer im Wald gefällt.
Ich liebe solche Experimente ja auch - es ist eben doch mal eine Erfahrung. Man geht eben doch ein wenig aus der Komfortzone... und denkt über einige Dinge mal etwas anders nach...
Ich kann es wirklich sehr empfehlen!
Liebe Grüße, Tanja
Ein sehr schöner Artikel! Ich hoffe, ihr habt euch sicher gefühlt.
Übrigens finde ich die Bilder wunderbar!
Liebe Anna,
vielen Dank fürs Feedback.
Wir haben uns tatsächlich sicher gefühlt... hätte das auch vorher nicht gedacht... ist wirklich eine Erfahrung wert.
Viele Grüße
Tanja